Gefahrstoffe

An vielen Arbeitsplätzen in Industrie, Handwerk und Gewerbe werden Gefahrstoffe als Arbeitsstoffe eingesetzt. Hierbei kann es sich sowohl um reine chemische Stoffe handeln, als auch um Gemische von mehreren Substanzen.

Eine Chemikalie, die auf Grund ihrer physikalisch-chemischen, chemischen oder toxischen Eigenschaften gefährlich ist, wird entsprechend der Gefahrstoffverordnung als Gefahrstoff klassifiziert. Die Gefahrstoffverordnung benennt die für diese Einstufung relevanten Kriterien, wie zum Beispiel explosive, entzündbare, ätzende, giftige, krebserzeugende oder erbgutverändernde Stoffeigenschaften.

Aber auch gefährliche Substanzen, die erst bei einer Tätigkeit entstehen, wie Quarzfeinstaub bei der Bearbeitung von mineralischen Baustoffen oder Schweißrauche bei der Durchführung von Schweißarbeiten können Gefahrstoffe sein. Tätigkeiten mit Gefahrstoffen un die dabei am Arbeitsplatz entstehenden Expositionen sind für die überwiegende Anzahl der tödlich verlaufenden Berufskrankheiten in Deutschland verantwortlich. Beschäftigte, die im Rahmen ihrer Arbeit mit gefährlichen Arbeitsstoffen tätig werden, sind deshalb umfassend vor Expositionen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz zu schützen. Die rechtliche Grundlage hierfür stellt die Gefahrstoffverordnung dar.

Die Gefahrstoffverordnung wird durch das Technische Regelwerk für Gefahrstoffe (TRGS) konkretisiert. Die Technischen Regeln erläutern praxisnah die Anforderungen an eine zielgerichtete Gefahrstoffinformation und die betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Weiterhin beschreiben sie die für den Schutz der Beschäftigten geeigneten Maßnahmen entsprechend dem Stand der Technik. Werden Tätigkeiten mit Gefahrstoffen entsprechend den Technischen Regeln ausgeführt, kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung erfüllt werden.

AnsprechpartnerInnen

Sabine van der Pütten
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

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Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Hessen. Krebserkrankungen sind zudem eine Hauptursache von tödlich verlaufenden Berufserkrankungen. So betrug im Jahr 2010 der Anteil der Krebserkrankungen an den Berufskrankheiten mit Todesfolge 55,7 Prozent. (Quelle: DGUV: Beruflich verursachte Krebserkrankungen. Eine Darstellung der im Zeitraum 1978 bis 2010 anerkannten Berufskrankheiten. 10. Auflage. S. 9). Verursacht wurden diese tödlich verlaufenden Berufskrankheiten zum weitüberwiegenden Teil durch krebserzeugende Gefahrstoffe.

Der Verhinderung dieser heimtückischen und gefährlichen Krankheit durch gezielte Präventionsmaßnahmen kommt deshalb in der gesundheitspolitischen Zielsetzung der hessischen Landesregierung eine besondere Priorität zu.

Da auch in Hessen viele Beschäftigte Tätigkeiten mit krebser­zeugenden Gefahrstoffen ausführen, leisten die hessischen Aufsichtsbehörden für Arbeitsschutz und Produktsicherheit mit dem fachpolitischen Schwerpunkt "Kampf dem Krebs am Arbeitsplatz" - im Zeitraum von 2015 bis 2019 - einen aktiven Beitrag zum Schutz vor arbeitsbedingten Krebserkrankungen.

Die hessischen Aufsichtsbehörden für Arbeitsschutz und Produktsicherheit überprüfen hierfür stichprobenartig die Expositionssituationen an Arbeitsplätzen, an denen Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen ausgeführt werden.

Diese Aktivitäten begannen im Jahre 2015 insbesondere in holzverarbeitenden Betrieben, in denen Expositionen durch Hartholzstäube auftreten können und in Unternehmen, die mit Trichlorethylen Prüfungen von Asphalt und Bitumen durchführen. In den Folgejahren stehen auch Tätigkeiten mit asbesthaltigen Materialien, Benzol und krebserzeugenden Schwermetallverbindungen im Fokus.

Information und Beratung

Bei Fragen, die einen konkreten Betrieb betreffen, wenden Sie sich bitte an das Regierungspräsidium der jeweiligen Region:

  • RP Darmstadt  und Fachzentrum für medizinischen Arbeitsschutz/Landesgewerbearzt
  • RP Gießen (PDF, 290 KB) und Fachzentrum für systemischen Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung
  • RP Kassel und Fachzentrum für Produktsicherheit und Gefahrstoffe

Auch mehr als 20 Jahre nach dem umfassenden Verbot der Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland stellen Gebäude und Anlagen mit Asbestinventar eine zentrale Herausforderung für den Arbeitsschutz dar.

Die große Menge der asbesthaltigen Bauteile und Materialien im heutigen Gebäude- und Anlagenbestand, die große Zahl der auch heute noch durch Asbestfasern exponierten Beschäftigten, die fortlaufende Identifizierung von asbesthaltigen Materialien, deren Verwendungsform zuvor nicht bekannt war und die dramatische Entwicklung der asbestbedingten Berufserkrankungen kennzeichnen den aktuellen Handlungsbedarf. Mehr als die Hälfte aller Todesfälle innerhalb aller anerkannten Berufskrankheiten sind auf Asbest zurückzuführen und zeigen die Notwendigkeit für einen vorsorgenden Arbeitsschutz auf.

Dritter Erfahungsaustausch "Asbest" in Dortmund

Auch Jahrzehnte nach dem umfassenden Verbot der Herstellung und der Verwendung von Asbest in Deutschland ist diese stark krebserzeugende Mineralfaser immer noch allgegenwärtig. Die großen Mengen asbesthaltiger Bauteile und Materialien im heutigen Gebäude- und Anlagenbestand, die große Anzahl der Beschäftigten, die auch heute noch Asbestfasern ausgesetzt sind, und der ausbleibende Rückgang der asbestbedingten Berufserkrankungen kennzeichnen den Handlungsbedarf.

In einer gemeinsamen Veranstaltung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der obersten Arbeitsschutzbehörden der Länder diskutierten am 16. Juni 2016 über 150 Expertinnen und Experten die Problematik, die sich durch asbesthaltige Bauteile und Materialien in Gebäuden und Anlagen ergibt. Dabei kamen mögliche Konsequenzen für die Fortentwicklung des Gefahrstoff-, Bau- und Abfallrechts zur Sprache. Die Teilnehmenden am dritten Erfahrungsaustausch "Asbest" kamen aus dem Kreis der Abfallwirtschaft, des Sanierungsgewerbes, der Wohnungs- und Bauwirtschaft, der Sozialpartner, der Unfallversicherung sowie der Bau-, der Abfall- und der Arbeitsschutzbehörden.

Im Rahmen dieses Erfahrungsaustausches wurde deutlich, dass bei vielen Baumaßnahmen im heutigen Gebäudebestand früher verbaute asbesthaltige Materialien auftreten, die dann vielfältige Probleme bei der Bauausführung zur Folge haben. Auch werden asbesthaltige Materialien bei Baumaßnahmen häufig nicht erkannt, so dass bei den Arbeiten Asbestfasern freigesetzt werden und die Beschäftigten, Bewohner und Nachbarn gefährdet sein können. Zudem führt das Nichterkennen von Asbestmaterialien bei Baumaßnahmen dazu, dass insbesondere die dabei entstehenden asbesthaltigen Abfälle nicht als solche erkannt werden. Dadurch kommt es zu einer nicht sachgerechten Entsorgung, die mit erheblichen Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden ist.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des dritten Erfahrungsaustausches „Asbest“ waren sich einig, dass die Asbest-Problematik weiterhin eine besondere Herausforderung darstellen wird, um auch die kommende Generation vor dieser gefährlichen Faser nachhaltig zu schützen.

Information und Beratung

Bei Fragen, die einen konkreten Betrieb betreffen, wenden Sie sich bitte an das Regierungspräsidium der jeweiligen Region:

  • RP Darmstadt  und Fachzentrum für medizinischen Arbeitsschutz/Landesgewerbearzt
  • RP Gießen (PDF, 290 KB) und Fachzentrum für systemischen Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung
  • RP Kassel und Fachzentrum für Produktsicherheit und Gefahrstoffe
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